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Zwischen Wettbewerb und Solidarität

Schüler befragten Politiker zu Europa


vom 24.01.2012

Fürstenwalde (MOZ) Welche neuen Chancen ergeben sich für Deutschland aus der Mitgliedschaft in der Europäischen Union? Welche Risiken bringt sie mit sich? Die Schüler des Bernhardinums haben gestern Vormittag darüber diskutiert -beim Polit-Talk mit prominenten Gästen.

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Einen aktuelleren Anlass hätten sich die Gymnasiasten wohl kaum wünschen können. Nur wenige Stunden nachdem klar war, dass die Europäische Union (EU) im Sommer 2013 erneut erweitert wird - Kroatien wird 28. Mitgliedsland - begrüßten Samuel Benner, Jessica Deutscher und Christoph Neumann ihre Mitschüler zum "Polit-Talk". Bei der Veranstaltung, die seit mehreren Jahren regelmäßig am Bernhardinum stattfindet, diskutieren prominente Gäste mit Schülern über politische Inhalte.

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"Deutschland in der EU - Chancen und Risiken in der Eurokrise" lautete das Thema. Die drei Moderatoren, 18 Jahre alt und Schüler der 13. Klasse, hatten sich gut vorbereitet. Denn Europa und alles, was die Mitgliedschaft im Staatenverbund EU mit sich bringt, interessiert die Jugendlichen und betrifft sie auch persönlich, sagten sie. "Wir wissen die Vorzüge zu schätzen", erklärte Christoph Neumann. Den freien Binnenmarkt und die hohen Bildungschancen etwa zählt der Abiturient zu eben jenen Vorzügen.

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Von André Brie, Mitglied der Partei Die Linke und von 1999 bis 2009 Europaabgeordneter, und Dierk Homeyer, CDULandtagsabgeordneter und Mitglied im Ausschuss für Europaangelegenheiten, forderten die Schüler gestern aber auch Antworten auf ihre Fragen hinsichtlich der Zukunft der Union und der sich aus der Finanzkrise ergebenden Probleme.

Leo Lübke aus der 11. Klasse saß im Publikum und wollte wissen, wie sich Europa nach Einschätzung der beiden Politiker weiter entwickeln wird. André Brie sagte, er gehe davon aus, dass die EU ihren Zuschnitt irgendwo zwischen einem Staat nach dem Vorbild der USA und einem loseren Verbund finden müsse. "Es wird ein Europa, das Minderheiten schützt. Es wird nicht so sein, dass ein paar große Staaten die kleinen über den Tisch ziehen." Dierk Homeyer ging davon aus: "Es wird ein Europa der starken Regionen und selbstbewussten Bürger." Deutschland, als wirtschaftlich starker Partner, müsse sich schon allein auf Grund seiner eigenen Geschichte dazu verpflichtet fühlen, neben einem "Europa des Wettbewerbs" auch ein "Europa der Solidarität" aufzubauen. Als besondere Herausforderung nannten beide Politiker die Erweiterung der Union um Staaten wie die Türkei und Russland. Aber auch die Finanzkrise stellt die Gemeinschaft auf eine Probe, aus der man lernen müsse. "Da sind Fehler gemacht worden in der Vergangenheit. Man war zu großzügig und hat nicht richtig hingeschaut", sagte Dierk Homeyer über die Aufnahme Griechenlands.

Alles richtig gemacht haben dagegen Samuel Benner, Jessica Deutscher und Christoph Neumann, urteilte ihr Politiklehrer Ulrich Berge. "Das Thema EU steht im Rahmenlehrplan. Die Diskussion vorbereitet haben die Schüler aber weitgehend alleine. Ich habe da kaum etwas machen müssen." (Von Lea Sophie Lukas)


 
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