Der Vorschlag, für die L 30 eine neue Streckenführung zu erwägen, geht auf eine Diskussion im zeitweiligen Ausschuss Flächennutzungsplan der Woltersdorfer Gemeindevertretung zurück. Demnach würde die Trasse künftig ab Kreuzung Rüdersdorfer Straße/Berghofer Weg statt über den Stolp über den Berghof führen. Bürgermeister Rainer Vogel habe die Idee, so Bauamtsleiter Dietrich Joecks, in einem Brief an den Landesbetrieb für Straßenwesen weiter getragen. Die CDU-Fraktion hat ihre Kontakte zu ihrem Landtagsabgeordneten Dierk Homeyer spielen lassen, der sich mit der Überlegung an Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger gewandt hat.
Pro und Kontra zu neuer L 30-Trasse
Woltersdorf erwägt Streckenführung über den Berghofer Weg / Minister Jörg Vogelsänger ist gesprächsbereit
vom 10.03.2011
Von Anke Beißer Woltersdorf (MOZ) In Woltersdorf ist die Diskussion um eine Verlegung der Landesstraße 30 (L 30) ab Kreuzung Rüdersdorfer Straße/Berghofer Weg statt zum Stolp bis zum Berghof aufgeflammt. Brandenburgs Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger hat inzwischen signalisiert, die Idee zu prüfen.
Der wiederum schlägt einen Vor- Ort-Termin vor. Der Woltersdorfer Idee folgend, wäre mit der Verlegung der L 30 auf den Berghofer Weg - der rege als Zubringer zur Autobahn genutzt wird - vor allem für die Rüdersdorfer Straße Entspannung in Sicht. Nach Ansicht von Gemeindevertreter Wolfgang Stock (CDU) sei es fraglich, ob die - mittelfristig zur Sanierung bestimmte - Stolp- Brücke in der für eine Landesstraße notwendigen Dimension Platz fände. Würde die Rüdersdorfer Straße abgestuft, fänden zudem Rad- und Gehweg Platz. "Es würden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen."
Bauamtsleiter Joecks verbucht das letztgenannte Argument unter den Vorteilen, die eine andere Einstufung der Trasse mit sich brächte. Ebenso würde er die Entlastung der Straße einordnen, auch wenn er sich nicht sicher ist, ob die tatsächlich einträte. Zu den Nachteilen zählt er, dass Rüdersdorf und Woltersdorf womöglich auf den Kosten für die Sanierung der Brücke sowie der angeschlossenen Straßen sitzen blieben. "Müssten wir die Brücke erneuern, würde es richtig teuer." Zudem kann der Berghofer Weg im gegenwärtigen Zustand kaum zur Landesstraße werden, bedürfe es eines grundhaften Ausbaus. Und für die Kreuzungen an der Rüdersdorfer Straße und am Berghof müssten andere Lösungen gefunden werden - vermutlich Kreisel.
Die Signale aus dem Ministerium sind nicht von vornherein ablehnend. Woltersdorf wird gebeten, die Befindlichkeiten der Anwohner am Berghofer Weg zu ermitteln, da diese künftig stärker vom Verkehr betroffen wären. Der Minister möchte, dass bis Ende Juni eine Stellungnahme zur Umsetzbarkeit und Finanzierung der Idee vorliegt.
Rüdersdorfs Bürgermeister André Schaller (CDU) kennt die Ideen offiziell noch nicht. "Es wäre hilfreich, wenn wir als Nachbarn uns da zusammensetzen würden, sowohl die Verwaltung als auch die Fachausschüsse." Kein Hehl macht er daraus, dass er auf den ersten Blick Nachteile vor allem auf Rüdersdorfer Seite sieht.







