An Aurora arbeiten sowohl der Berliner als auch der Potsdamer Standort von Exozet. Beide Länder fördern das Projekt. Für Firmenchef Zahn war es gar nicht so einfach, die Förderung zu regeln. Alle Beteiligten - darunter die Investitionsbanken der Länder - hätten zwar geholfen, "aber für uns war es ein zusätzlicher Aufwand", sagt Zahn und verweist auf unterschiedliche Formulare und Modalitäten in beiden Ländern.
Liebeserklärung an die Hauptstadtregion
Brandenburg und Berlin wollen gemeinsam Innovationen anschieben

vom 03.12.2010
Von Ute Sommer POTSDAM Der Filmheld hetzt eine einsame Straße entlang - bei strömendem Regen. Einige Handgriffe von Frank Alexander Zahn, und der Regen nimmt ab. Oder soll es lieber Schnee sein? Zahn ist Chef der Exozet Group GmbH & Co. KG in Berlin, die sich im Bereich der visuellen Filmeffekte einen Namen gemacht hat. Ein Projekt der Firma ist Aurora 2.0, mit dem während eines Filmdrehs Wettereffekte in Echtzeit auf den Bildschirm gezaubert werden können.
Künftig könnte das Prozedere einfacher werden. Dank der gemeinsamen Innovationsstrategie der Länder Brandenburg und Berlin, die gestern in Potsdam vorgestellt wurde. Sie soll Firmen der Region in zukunftsorientierten Branchen "einen leichteren Zugang zu Kooperationspartnern ermöglichen", sagte Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke). Werden die Partner in beiden Ländern gefördert, soll eine Bank die Rolle des Koordinators übernehmen und das Verfahren beschleunigen.
Christoffers betonte, dass zum ersten Mal zwei Bundesländer auf diese Art kooperieren. Sein Berliner Amtskollege Harald Wolf (Linke) sieht "eine neue Qualität im Zusammengehen beider Länder". Sie wollen in fünf Bereichen Wissenschaftler und Unternehmer zusammenbringen, neue Projekte initiieren und die Region stärken. Dabei geht es um Gesundheitswirtschaft, Energietechnik, Verkehr und Logistik, Medien sowie Optik. Hier sehen die Landesregierungen Chancen für die Region im internationalen Wettbewerb. Jeder Bereich soll ein eigenes Management als Ansprechpartner für Firmen und Institute bekommen. Dieses Konzept sei "keine Eintagsfliege", sagte Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD). Es seien "grundsätzliche Zukunftsthemen" identifiziert worden.
Die Opposition versprüht weniger Euphorie. Die CDU wirft Christoffers Ideenlosigkeit vor. Dass er "die erfolgreiche Politik seines Amtsvorgängers" Ulrich Junghanns (CDU) fortsetze, sei gut, sagt Dierk Homeyer. Er erwarte aber auch "neue Ideen und einen tatkräftigen Minister". Die FDP sieht die Strategie positiv, warnt aber davor, dass vor allem große Institutionen profitieren könnten und zu wenig für kleine Firmen getan werde, so Wirtschaftsexperte Raimund Tomczak.







