Von Uta Köhn WITTSTOCK "Der größte Gewinn ist der, dass hier Ruhe herrschen wird." Das ist das Fazit von Reinhold Dellmann, dem Vorsitzenden des Wirtschaftsausschusses des Brandenburgischen Landtages. Gestern traf sich dieser Ausschuss mit dem aus Mecklenburg- Vorpommern, um gemeinsam zu Themen über die Zukunft der Kyritz- Ruppiner Heide zu beraten. Dazu waren einige Fachleute eingeladen, darunter Georg Reiz, zuständiger Mitarbeiter der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). "Einfach ist das nicht, das Eigentum des Bundes von der militärischen in die zivile Verwaltung zu überführen", sagte er und erläuterte diverse Besonderheiten - gerade in Bezug auf die Gewährleistung der Sicherheit. "Wenn dabei Fehler gemacht werden, kann das das Leben und die Gesundheit von Menschen beeinträchtigen", sagte er. Für seine Behörde sei jetzt der enge Kontakt mit der kommunalen Arbeitsgruppe wichtig, in der sich die anliegenden Kommunen und Vertreter der Bürgerinitiativen zusammengeschlossen haben.
Gemeinsames Thema Heide
Wirtschaftsausschüsse berieten zur zivilen Zukunft des Bombodroms

vom 13.11.2010
Die Mitglieder der Wirtschaftsausschüsse der Länder Brandenburg und Mecklenburg- Vorpommern trafen sich gestern in Wittstock zu einer gemeinsamen Sitzung. Thema war das Bombodrom. Für Dierk Homeyer (wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag Brandenburg) ist es wichtig, dass die Heide erlebbar wird - dass es einen Platz gibt, wo die Historie des Geländes deutlich gemacht wird.
Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe und ehemalige Landrat Christian Gilde bezeichnete die gemeinsame Sitzung der Ausschüsse als gutes Signal. Das erste langfristige Ziel, dass keine militärische Nutzung erfolgt, sei erreicht. "Dafür haben wir 20 Jahre gekämpft", sagte er. Jetzt brauche man ganz viel Geduld, um die Naturpotenziale zu erhalten, ein nachhaltiges Heidemanagement zu organ i s i e r e n u n d z u k u n f t s f ä h i g e Arbeitsplätze im Tourismus zu erhalten oder zu schaffen. "Wir sagen nicht, hier entstehen hunderte Arbeitsplätze. Wir bauen auf das Engagement der Bürgerinitiativen auf und fragen in den Dörfern, was dort gewünscht ist." Gilde forderte, die Regionalplanung für den bisherigen "Sperrriegel" fortzuschreiben.
Gildes Nachfolger im Amt, Landrat Ralf Reinhardt, bezeichnete es als "undankbare Aufgabe", in so große Fußstapfen zu treten. "Es ist schön, über Visionen zu reden und Leute zu begeistern, aber es ist undankbar, so einen Nachlass zu verwalten." Seine Sorge gilt der Gewährleistung der Sicherheit und des Brandschutzes. "Das Gelände war für uns bisher ein weißer Fleck, jetzt müssen wir überlegen, wie wir damit umgehen. Sorgen bereiten dem Landrat nicht nur die Altlasten, sondern auch das Grundwasser. "Das sind Themen, bei denen man sich gern zurückziehen würde." Es bedarf erheblicher finanzieller Aufwendungen, die Sicherheit zu gewährleisten. Der Landkreis ist finanziell nicht so gut ausgestattet, dass er Gutachter und Planer beauftragen kann. Dafür bedarf es zusätzlicher Landeszuweisungen und mehr Personal. "Ich melde beim Land schon mal Bedarf an", so der Landrat. "Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe."
Ralf Christoffers (Linke), Wirtschaftsminister des Landes Brandenburg, hat Verständnis für die Sorgen der Kommunen und stellte gestern Geld in Aussicht: 40 000 Euro fürs kommende Jahr.
Dierk Homeyer (wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag Brandenburg) ist es wichtig, dass die Heide erlebbar wird - dass es einen Platz gibt, wo die Historie des Geländes deutlich gemacht wird.
Von Seiten des Nachbarlandes wird die Entwicklung eines Leitbildes unterstützt, betone Helmut Holter, der Fraktions- Chef der Linken aus Mecklenburg- Vorpommern. Er empfahl, die Bevölkerung bei der Entwicklung eines Leitbildes einzubeziehen.
Jedoch ist die Munitionsbelastung die Schlüsselfrage. Der Grad der Belastung wurde vor einigen Jahren von der Bundeswehr bereits ermittelt. Derzeit werde geprüft, inwiefern diese Zahlen Grundlage für zivile Planungen sein können, sagte Bima-Vertreter Georg Reiz. Mit einem Ergebnis rechnet er im Februar kommenden Jahres. Er riet, jetzt den Blick nicht zu sehr auf einzelne kleine Maßnahmen zu richten und so eventuell Geld zu vergeuden, sondern in Ruhe zu überlegen, wie man das Geld für langfristig tragfähige Lösungen einsetzen kann.
Für Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann ist es jetzt am wichtigsten, die Straße nach Rheinsberg auszubauen und einen Radweg zu schaffen, damit die beiden touristischen Regionen verbunden werden.







