Nach der Rede des Superintendenten Frank Schürer-Behrmann ging es mit einer Polonaise zum Buffet.
Empfang ohne politische Reden
vom 20.01.2012
Beeskow (MOZ) Ein Empfang ohne politische Reden bot der Kreisverband der CDU am Donnerstagabend seinen Gästen auf der Burg Beeskow.
Eine feierliche Begrüßung der Stadtverbandsvorsitzenden Manuela Heuer-Jurrack und des Kreisvorsitzender Dierk Homeyer, ein kurzes Klavierspiel - dann trat Frank Schürer-Behrmann ans Pult. Der Superintendent des Kirchenkreises Fürstenwalde-Strausberg setzte sich an Hand der Jahreslosung (2. Korinther, 12,9) "Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig" mit den Grundlagen unseres Gemeinwesens auseinander. In einer Zeit, wo im Tagesgeschäft der Druck und die Geschwindigkeiten sehr groß seien, tue es gut, sich an diese Grundlagen zu erinnern und den "Kompass neu zu justieren". Er appellierte, die Politik als Teil des Ganzen zu sehen, nicht alles zu wichtig zu nehmen und auch mal einen Schritt zurück zu gehen. Die Menschen wünschten sich Politiker, die ihre eigenen Schwächen und die anderer annehmen.
In Abwandlung der sozialen Marktwirtschaft wünschte sich der Superintendent eine "solidarische Marktwirtschaft", in der nicht nur abgegeben, sondern wie in einer Gemeinschaft geteilt und Zugehörigkeit vermittelt werde. Als nachahmenswertes Beispiel führte er die Behindertenhilfe an, die über Arbeit Menschen integriere. "Das müsste auch in anderen Bereichen möglich sein", konstatierte der Geistliche.
Ganz bewusst hatte Dierk Homeyer auf politische Statements verzichtet. "Wir wollten es mal anders machen, aber das Nachdenken über uns kann doch hochpolitisch sein", sagte er nach dem offiziellen Teil, während die Gäste bereits am Buffet schlemmten oder plauderten.
"Neben der Tagespolitik wollen wir mit unseren Themen nah bei den Menschen sein", gibt Homeyer gegenüber der MOZ einen Ausblick auf 2012. Dabei führte er die Energiewende in Brandenburg und den demografischen Wandel an, in dessen Folge auch über neue Kommunalstrukturen nachgedacht werde. Dabei setze die CDU nicht auf größere, unübersichtlichere Gemeinden und Landkreise, es müsse vielmehr über eine andere Aufgabenverteilung nachgedacht werden. In Fürstenwalde werde es eine Konferenz zum neuen Kinderschutzgesetz geben.
Weil, wie alle Parteien, auch die CDU unter Überalterung leidet, wünscht sich der Vorsitzende vor allem junge Mitglieder. Im vergangenen Jahr hätten zehn neue aufgenommen werden können. Derzeit zähle der Kreisverband 305 Mitglieder.
Der jüngste Teilnehmer an diesem Abend war gerade mal elf Jahre alt. Karsten Knispel aus Schöneiche hatte seinen Sohn Florian mitgebracht. Am meisten dürfte ihm die Musik gefallen haben, die Entertainer Sven Loichen aus Frankfurt (Oder) zur Unterhaltung bot und Zugaben vom begeisterten Publikum einfuhr.













