Gesprächspartner waren Katherina Reiche, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, sowie die Landtagsabgeordneten Dierk Homeyer und Steeven Bretz. Es moderierten Heinz Lassowsky und Herbert Schirmer.
Wer erwartet hatte, es gebe einfache und für alle zufriedenstellende Antworten, der wurde enttäuscht. Auch die relativ zahlreich erschienenen Mitglieder der Bürgerinitiative „CO2-Endlager stoppen“ bekamen zu hören, dass es kurzfristig keinen Ausstieg aus der Braunkohle geben könne, wenn die Energieversorgung stabil und bezahlbar bleiben solle. Auch die CCS-Technologie (das Abscheiden und Speichern von Kohlendioxid) wollte keiner der Politiker verdammen. Dierk Homeyer sieht jedoch keine Chance, sie in Beeskow zu testen: „Wir brauchen die Technologie, aber nicht unter bewohntem Gebiet.“ Auch Katherina Reiche sieht keine Akzeptanz, aber Deutschland müsse sich an EU-Richtlinien halten und nun verhandeln, um Strafzahlungen zu verhindern. Die CCS-Technologie stecke noch in den Kinderschuhen, man müsse weiter daran arbeiten, um auch diese Möglichkeit für den Klimaschutz zu nutzen. Andere Länder arbeiteten mit Hochdruck daran.
Die Staatssekretärin würdigte, dass Brandenburg 30 Prozent mehr Strom aus Erneuerbaren Energien (EE) produziert als es selbst verbraucht. Bis 2020 – dann soll das letzte Kernkraftwerk vom Netz genommen werden – soll in ganz Deutschland 35 Prozent des Bedarfs aus Erneuerbaren Energien produziert werden, um die Treibhausgas-Emissionen zu senken. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz einschließlich Vergütungsverordnung werde dem Bedarf angepasst werden müssen, und es werde weiter Anreize für Solaranlagen, Biogas und Windkraft geben. „Dazu brauchen wir intelligente Netze“, sagte Katherina Reiche. Denn der Ort der EE-Strom-Produktion rücke immer weiter weg von den Verbrauchszentren. In Brandenburg, so berichtet Steeven Bretz, müssten 2000 Kilometer Leitungen neu verlegt werden, die Kosten würden zirka zwei Milliarden Euro betragen. Aus dem Publikum kam die Forderung an die Politiker, hier vor allem die großen Energieversorger, die große Gewinne eingefahren hätten, zu beteiligen und nicht alles auf den Verbraucher abzuwälzen.
Max Krüger, Leiter des Kreis-Landwirtschaftsamtes, verlangte, Biogasanlagen nicht mehr zuzulassen, wenn die In-put-Transporte mehr als zehn Kilometer betrügen und die Gefahr einer „Vermaisung“ bestünde. Katherina Reiche sagte, jetzt würde bei den Genehmigungen ein „Maisdeckel“ eingezogen, nur noch 60 Prozent Mais dürfe in den Biogas-Anlagen verarbeitet werden.
Auch Wohlstand und Wachstum als Ursache allen Klimaübels kamen immer wieder in die Debatte. Dierk Homeyer machte klar, dass sich in einer Demokratie nichts verbieten lasse. Jeder habe es aber in der Hand, Verzicht zu üben und sich am Energiewandel zu beteiligen.










